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Forschung 

Enstehungsgeschichte

Institutsleiter und Mitarbeiter

Die Forschungsthemen und Methoden des Instituts haben sich im Verlauf der Zeit stark verändert und sich so immer wieder dem aktuellen Stand des Wissens und der internationalen Forschung angepasst. Die ursprünglich, oft deskriptiven Forschungsansätzen wurden im Verlauf der Zeit vermehrt mit Experimenten im Freiland, Gewächshaus oder Labor kombiniert. Wo früher die Pflanzensoziologie, ökologische Zeigerwerte und Ökosystemforschung einen grossen Stellenwert hatte, ist nun die mathematische und experimentelle Pflanzenökologie, die Erforschung invasiver Pflanzen und das Verständnis von evolutiven Prozessen mit Hilfe genomischer Analysen von grosser Bedeutung.

Mitglieder des Geobotanischen Instituts haben sich immer wieder mit angewandten Fragestellungen beschäftigt und waren entsprechend auch häufig in diversen Kommissionen und Arbeitsgruppen im Bereich Naturschutz involviert. Auch wenn sich inzwischen die Forschungsschwerpunkte verändert haben ist es uns weiterhin ein grosses Anliegen, unser Wissen dem Naturschutz und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zahlreiche Forschungsthemen, welche im Geobotanischen Institut Stiftung Rübel ihren Anfang nahmen, sind auch heute noch aktuell:

 

Pflanzenvielfalt in den Alpen

Schröter und Brockmann untersuchten für das Buch „Das Pflanzenleben der Alpen“, welches 1904/1908 entstand und 1926 ergänzt wurde, das Klima, den Boden, die Zusammensetzung der Vegetation und die Anpassungen der Alpenpflanzen an ihre Umgebung. Unterstützt von diesen wegweisenden Arbeiten werden heute Untersuchung durchgeführt, welche die genetische Grundlage von Anpassungen an das Leben in hohen Lagen, sowie Anpassungen ganzer Pflanzengemeinschaft an den Klimawandel untersuchen.

 

Angewandter Naturschutz

Schon in der Zeit von Heinrich Brockmann wurde das Wissen um Vegetationszusammenhänge und Bedrohung der damals artenreichen Kulturlandschaft für den Naturschutz eingesetzt. Das Institut veröffentlichte eine Anleitung zur Schaffung und Bewirtschaftung von Naturreservaten und ein Verzeichnis der schützenswerten Hochmoore im Jura. Weiter wurde beim Ausscheiden von Naturschutzflächen mitentschieden und Renaturierungen wurden begleitet. Heute werden hauptsächlich der Klimawandel, die Erhaltung der Biodiversität und die Kontrolle von invasiven Pflanzen aktive Forschungsbereiche.

 

Gefährdung der Farn- und Blütenpflanzen in der Schweiz - Rote Liste

Schon früh übernahm das Institut Aufträge, wie das Erstellen von Listen geschützter Pflanzen und der Roten Listen. Ein Beispiel ist die 1991 erschienene Rote Liste der Farn und Blütenpflanzen der Schweiz von Elias Landolt. Die Roten Listen sind noch heute von grosser Bedeutung und werden im Auftrag vom Bundesamt für Umwelt von verschiedenen Experten erstellt.

 

Lemnaceae (Wasserlinsen)

Die vier Gattungen der Wasserlinsen wurden durch Prof. Elias Landolt am Geobotanischen Institut intensiv studiert. Durch ihre einfache Kultivierung und vegetative Fortpflanzung eignen sie sich gut als Versuchspflanzen. Eine Sammlung mit lebenden Klonen aller bekannten Arten wurde von Elias Landolt aufgebaut und besteht auch nach seinem Tod 2013 heute noch. Sie ermöglicht weiterhin die Forschung an diesen Wasserlinsenarten, zum Beispiel eine aktuelle Studie von Jonathan Levine’s Gruppe zum Einfluss von kurzfristigen evolutionären Veränderungen auf die Konkurrenz zwischen Wasserlinsenarten.

 

Experimentelle Ökosystemforschung auf der Schynigen Platte im Berner Oberland

1930 startete Werner Lüdi einen Langzeitversuch auf einer Borstgrasweide auf der Schynigenplatte. Durch gezielte experimentelle Behandlungen, wie Düngen, Kalken und Mähen, wurde versucht, die magere Weide produktiver zu machen. Die Resultate wurden 1959 publiziert und das Experiment abgeschlossen. Die Auswirkungen des Experiments blieben aber noch lange sichtbar und weckten das Interesse für weitere Untersuchungen. Heute wird die Fläche von Prof. Markus Fischer von Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern weiter untersucht.

 

Flora der Schweiz und angrenzende Gebiete

Zusammen mit Hans Hess vom Institut für Pflanzensystematik und der Zeichnerin Rosmarie Hirzel veröffentlichte Elias Landolt 1967die dreibändige „Flora der Schweiz und angrenzende Gebiete“. Basierend auf diesem Buch entstand der „Bestimmungsschlüssel zur Flora der Schweiz“ welcher vom Matthias Baltisberger aktualisiert und 2015 bereits in der 7. Auflage veröffentlicht wurde. Dieses Buch wird auch heute noch im Unterricht an der ETH Zürich zur Bestimmung von Pflanzen benutzt.

 

Flora der Stadt Zürich

Auch die Artenvielfalt in der Stadt kann beeindruckend sein. So hat Elias Landolt in seinem Buch „Flora der Stadt Zürich“ 2000 Pflanzenarten der Stadt Zürich beschrieben, deren räumliche und zeitliche Dynamik diskutiert und Massnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt vorgeschlagen. Dieses Buch bildet die Grundlage, auf welcher heute Arbeiten zum Thema Biodiversität im Stadtraum aufgebaut werden.

 

 

 

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